Historischer Hintergrund

Während der XX. Olympischen Sommerspiele 1972 in München überfielen am 5. September 1972 acht palästinensische Terroristen der Zelle „Schwarzer September“ die israelische Olympiamannschaft im Olympiadorf, töteten vor Ort zwei der Sportler und nahmen neun weitere als Geiseln.

Ein Krisenstab, bestehend aus dem Polizeipräsidenten Dr. Manfred Schreiber, dem Bundesinnenminister Hans-Dietrich Genscher und dem bayerischen Innenminister Dr. Bruno Merk, verhandelte rund zwanzig Stunden mit den Geiselnehmern. Der kurz zuvor noch amtierende Oberbürgermeister Münchens, Dr. Hans-Jochen Vogel, der die Olympischen Spiele nach München geholt hatte, Prof. Walther Tröger, Bürgermeister des Olympischen Dorfes sowie Willi Daume, Präsident des Nationalen Olympischen Komitees, waren ebenfalls involviert.

Die Terroristen forderten die Freilassung von rund 200 in Israel inhaftierten Palästinensern sowie weiterer Personen, die in deutschen Gefängnissen inhaftiert waren. Die israelische Regierung ließ sich nicht auf den Austausch der Geiseln ein.

Die Attentäter planten, zusammen mit den Geiseln zuerst auf den Flugplatz Fürstenfeldbruck zu fliegen, um von dort in einem Flugzeug nach Kairo zu gelangen. Bei dem Versuch, die Geiseln zu befreien, starben noch in derselben Nacht alle weiteren neun israelischen Geiseln sowie ein deutscher Polizeibeamter im Kugelhagel auf dem Rollfeld des Fliegerhorstes Fürstenfeldbruck. Fünf der acht Geiselnehmer kamen dabei ebenfalls ums Leben, die drei Überlebenden wurden inhaftiert und wenig später freigepresst. Das Attentat und seine Opfer werden und dürfen nie in Vergessenheit geraten.

Foto von Mann mit Maske auf Balkon